Glasfaser für die Gemeinde Bönen

22.12.2017

Bönen. Das regionale Telekommunikationsunternehmen HeLi NET und die Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen (GSW) möchten Bönen eigenwirtschaftlich ans schnelle Glasfasernetz bringen. Die kommunal getragenen Unternehmen heben sich damit positiv von den jetzigen Plänen der Telekom ab, die die Brückentechnologie VDSL in der Gemeinde vermarktet.

Die gesamte Gemeinde Bönen hat dank Heli NET und GSW die Chance,
ein extrem schnelles, stabiles und zukunftssicheres Glasfasernetz zu
erhalten. HeLi NET und GSW werden im ersten Quartal 2018 eine Nachfragebündelung durchführen: Während eines bestimmten Zeitraums können die Bürger der HeLi NET mitteilen, ob Sie einen Glasfaseranschluss für ihre Immobilie wünschen. Sollten während der Nachfragebündelung mehr als 40 Prozent der Bürger „Ja“ zur Glasfaser sagen, wird das Projekt realisiert.

Mit diesem Plan heben sich HeLi NET und GSW positiv von denen des Ex-Monopolisten Telekom ab. Die Telekom möchte das vorhandene und veraltete Kupfernetz aufwerten: Jüngst verkündete die Telekom, Bönen mit VDSL ausstatten zu wollen. Von dieser Brückentechnologie möchte sich die HeLi NET mittelfristig distanzieren. Denn: VDSL besteht zwar vom Hauptstrang (engl. „Backbone“) bis zum Verteilerkasten auf dem Bürgersteig aus Glasfaserkabeln. Aber die letzte Meile vom Verteilerkasten bis zum Haus ist nach wie vor aus Kupfer. „Die Kupferleitungen können insbesondere in Bönen sehr lang und dadurch sehr langsam sein“, betont Matthias Pomplun, der bei HeLi NET die öffentlichen Partner betreut.

Die HeLi NET setzt daher in der Gemeinde Bönen auf einen flächendeckenden Breitbandausbau. Berücksichtigen möchte das Unternehmen mit Firmensitz in Hamm später auch die sogenannten weißen Flecken Bönens, also die Gebiete, in denen das Internet mit höchstens 30 Mbit pro Sekunde besonders langsam und instabil ist. Aber: Für diese weißen Flecken ist bereits eine Förderung bewilligt und dazu ein interkommunaler Eigenbetrieb auch für Bönen durch die Gemeinde Bergkamen gerade errichtet worden. Sollte HeLi NET dafür eine Zusage erhalten, wird sie auch dort Glasfaser verlegen.

Zum Hintergrund: Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen unterstützen Bönen in seinem Vorhaben, die weißen Flecken zu versorgen, mit einer entsprechenden Förderung: Jeweils 2,1 Millionen Euro erhält die Gemeinde von Bund und Land, um damit die Glasfaserkabel in den Boden verlegen zu lassen. Die Ausschreibung für dieses Projekt im sogenannten Betreibermodell muss gemäß den Förderrichtlinien der Bundesförderung noch im Jahr 2018veröffentlicht werden. Die HeLi NET möchte auf jeden Fall auch für diese sogenannten weißen Flecken ein Angebot auf diese Ausschreibung abgeben. Wann die Umsetzung dieses geförderten Teilprojektes zur Umsetzung konkret kommen wird, lässt sich aktuell auch mit dem Blick auf die angespannten Tiefbaukapazitäten noch nicht einschätzen. Gemäß der aktuell gültigen Förderrichtlinie des Bundes müsste dieses Projekt bis 2019 umgesetzt werden.

Die HeLi NET führte bereits viele erfolgreiche Nachfragebündelungen u.a. neben den Kerngebieten im Münsterland und in den Kreisen Gütersloh und aktuell im Kreis Paderborn durch und weiß, was die Glasfaseranschluss-Besitzer in spe wissen möchten:

Warum gilt die Glasfaser als zukunftsicher?
Wir wissen nicht, welche Internet-Anwendungen es in Zukunft gibt. Wir wissen aber, dass der Bandbreitenbedarf Jahr für Jahr durch zukünftige neue Anwendungen noch erheblich weiter steigen wird. Nur die Glasfasertechnologie wird diesen Anforderungen gerecht, denn sie ist in ihrer Kapazität praktisch unbeschränkt. So erhalten die Bürger schon heute die Infrastruktur für künftige Breitbandanforderungen einer Gigabitgesellschaft von morgen.

 Welches sind die Vorteile der Glasfaser? - Glasfasernetze sind nicht störanfällig. Auch bei intensivster Nutzung mehrerer User gleichzeitig bleiben die Bandbreiten stabil. Das ist bei Kupferkabeln nicht der Fall. - Stärkung des Wohn- und des Wirtschaftsstandortes Bönen inklusive der Sicherung der hiesigen Arbeitsplätze. - Werterhaltung und Steigerung des Immobilienpreises. - Keine nennenswert höheren Vertragskosten als für Internetanschlüsse über herkömmliche Kupferleitungen oder das Koax-Kabel der Kabelanbieter. - Es wird keine Option verschenkt, denn die alten Kupferleitungen bleiben liegen. Wer nach Vertragsende keine Glasfaserleitung mehr wünscht, steigt wieder um. - Bönen kann eine Vorreiterrolle in der Region einnehmen und ist damit für die Zukunft der Digitalisierung bestens gerüstet.

Warum sollte der Bönener auf einen Glasfaseranschluss umsteigen?
Bei herkömmlichen Internetanschlüssen über Kupferkabel liegt die maximale Leistungsgrenze bei 100 Mbit pro Sekunde; dabei ist die Bandbreite jedoch die Maximalbandbreite im Sinne der seit Mitte diesen Jahres gültigen Gesetzesgrundlage in der Transparenzverordnung. Bei einem Glasfaser-FTTH-Anschluss geht es bei dieser Geschwindigkeit erst richtig los, eine Obergrenze gibt es theoretisch nicht. Außerdem kann die Glasfaser die Bandbreit symmetrisch, d.h. z.B. 100 Mbit/s im Download und gleichzeitig im Upload leisten; und dies ist nicht die maximal mögliche Bandbreite, sondern die im Durchschnitt garantierte verfügbare Bandbreite. Die sehr kurze Latenzzeit kommt hier insbesondere den kritischen Unternehmensanwendungen aber privat auch den „Gamern“ für den Spielspaß und -erfolg sehr entgegen. Warum wird für die Glasfasertechnologie ein neues Netz gebaut? Telefone, Fernsehgeräte und Radios sind vielerorts noch an klassische Kupfer- oder Koaxialkabel angeschlossen. Diese Leitungen stoßen aber schon heute an ihre Leistungsgrenzen, sie übertragen die Daten nicht mehr in angemessener Zeit. Das neue Glasfasernetz bietet eine ultraschnelle Datenleitung. Es wird von Tiefbaufirmen in die Erde verlegt.

Glasfaser wird in die Erde verlegt. Wird der Vorgarten des Kunden aufgerissen?
Zwar werden einige Teile der Straßen geöffnet, um die Glasfaserkabel zu verlegen. Niemand aber muss um seine Einfahrt oder seinen Vorgarten fürchten. Die Mitarbeiter der Tiefbaufirma verlegen die Glasfaserkabel in den allermeisten Fällen mittels Erdrakete. Dabei wird das Kabel unterhalb der Erdoberfläche bis ans Haus geschossen und dort fachmännisch montiert.

Bezahlt der Bürger für zwei Anschlüsse, wenn sein alter Internetvertrag noch läuft?
Die monatlichen Grundpreise der HeLi NET werden erst mit Auslaufen des alten Vertrages fällig. Eine Doppelbelastung ist somit ausgeschlossen. Genutzt werden kann der Anschluss bereits, während der alte Vertrag noch läuft, da ab Inbetriebnahme durch den Service-Techniker alle Internet-Funktionen schon direkt zur Verfügung stehen.

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